Ottenhausen trauert um eine vielfältig engagierte Persönlichkeit
Martin Jasperneite war in vielen Dorfvereinen aktiv
Steinheim-Ottenhausen: In der vorweihnachtlichen Atmosphäre ereilte den Spielmanns- und Fanfarenzug Ottenhausen im 100-jährigen Jubiläumsjahr noch eine sehr traurige Nachricht. Das langjährige Vereinsmitglied Martin Jasperneite ist im Alter von nur 65 Jahren verstorben.
Wir sind alle unendlich traurig und trauern mit der Familie. Hatten wir doch gehofft und die Daumen gedrückt, dass sich sein Gesundheitszustand wieder stabilisieren möge. Leider ist dieses nicht eingetreten, so die Vorsitzende Franziska Wiechen. In unserem Jubiläumsjahr hat der Verstorbene noch an allen Veranstaltungen teilnehmen können und war auch noch bei unserem Jubiläumskonzert Mitte November anwesend.
Martin Jasperneite hat zeitlebens für unseren Spielmanns- und Fanfarenzug sich in verschiedenen Positionen eingesetzt, war 51 Jahre Vereinsmitglied, davon 46 Jahre aktiv tätig. Zunächst seit 1974 als Trommler, dann bildete er sich fort und übernahm im Verein die Position des Tambourmajor ab 1987.
Bereits in jungen Jahren übernahm er in unserem Klangkörper große Verantwortung und war von 1995 bis 2007 als Vorsitzender, vorher von 1987 bis 1993 als Stellvertreter, aktiv tätig. Die Nachwuchs- und Jugendarbeit lag ihm dabei sehr am Herzen. So ist es auch kein Wunder, dass seine beiden Kinder ebenfalls seit ihrer Kindheit dem Verein angehören.
Unter seiner Verantwortung nahm der Spielmanns- und Fanfarenzug mehrfach an Kreiswettstreiten teil. Als Tambourmajor gab er dabei stets eine gute Figur ab und erhielt dafür mehrere Auszeichnungen. Als „Spielmann“ war er nicht nur unter seinen Kameradinnen und Kameraden sehr beliebt, sondern auch über unseren Verein hinaus, so Franziska Wiechen weiter. Wir haben mit ihm zusammen viele gesellige Stunden in froher Runde bei Festen und Veranstaltungen verbringen können, die uns über seinen Tod hinaus in guter Erinnerung bleiben werden.
Als Vorsitzender hatte er auch den Mut und die Motivation, Vereinsjubiläen in größerem Rahmen zu veranstalten. So wurde unter seiner Führung das 75-, 80- und 85-jährige Vereinsjubiläum jeweils mit einem Zeltfest gefeiert. Gesundheitsbedingt wechselte er 2019 von den aktiven Spielleuten zu den passiven Mitgliedern über und nahm gerne an allen Vereinsaktivitäten teil.
Wir haben unserem Martin sehr viel zu verdanken und verneigen uns vor seiner enormen Lebensleistung die er für unseren Verein erbracht hat und sind alle unfassbar traurig, aber auch dankbar, dass er unserem Verein so lange „gedient“ hat. Seine Markenzeichen waren Freundlichkeit, Pünktlichkeit, Fairness, stetiger Einsatz für das Gemeinwohl und immer gute Laune, so Franziska Wiechen.
Auch bei den Schützen, bei Kolping und im Dorf aktiv
Auch im Schützenwesen in Ottenhausen und in der Kolpingfamilie war der Verstorbene aktiv tätig. 1984 errang er bei den Jungschützen die Königswürde und feierte mit seiner heutigen Frau Monika und der Ortschaft ein rauschendes Schützenfest. 2024 wurden sie als 40-jähriges Jubelpaar geehrt. Ob beim Maitanz der Schützen, beim Schnatgang oder bei den Preisschießen, der Verstorbene nahm gerne an den Veranstaltungen der Schützen teil, deren Schützenfestumzüge er mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug als Tambourmajor anführte.
In der Kolpingfamilie war Martin Jasperneite ebenfalls seit 50 Jahre aktives Mitglied seit 1975 und nahm an allen angebotenen Veranstaltungen teil. Von 1988 bis 1992 leitete er als Vorsitzender die Kolpingfamilie Ottenhausen. Im Mai 2025 wurde er für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Gerne übernahm er auch in Ottenhausen weitere Arbeiten. Als gelernter Landschaftsgärtner und späterer Gartenbautechniker pflegte er im Ort die über die Dorferneuerung gepflanzten Großbäume, so lange er es gesundheitlich durchführen konnte. In der Siedlung „Beim Staumberge“ gestaltete er lange Jahre das „Siedlerfest“ mit und brachte sich ansonsten auch mit Ideen aktiv ins Dorfleben ein.
1992, als ein Spielplatz in der „Staumberg-Siedlung“ für die 17 Kleinkinder dort fehlte, gründete er mit weiteren Bürgern eine Eltern-Initiative, die ein Grundstück anpachtete und in Eigenregie einen Kinderspielplatz anlegte. Hier war er aufgrund seiner erworbenen beruflichen Fachkompetenz für die notwendigen Sicherheitsaudits und TÜV-Abnahmen zuständig.
2023 wurde noch aufgrund seiner Anregung im Bereich der Bleiche in Ottenhausen eine „Zwölf-Apostel-Linde“ (12 Linden in Kreisform) gepflanzt, die im Laufe der Jahre zu einer großen Linde zusammenwachsen werden.
Lange Jahre war der Verstorbene auch im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand seines Heimatdorfes tätig und leitete den Kirchenvorstand viele Jahre. Die Außengestaltung und Bepflanzung des Kirchenumfelds lagen ihm besonders am Herzen und waren sein besonderes Anliegen. Seine Ehefrau und die Familie haben ihn in seinen vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten den Rücken gestärkt, ihn unterstützt und so sein Wirken mit getragen.
Ottenhausen verliert mit Martin Jasperneite eine großartige engagierte Persönlichkeit, einen aktiven Bürger, der für viele eine Vorbildfunktion hatte, die über den Tod wirken wird. Sein Freundeskreis wird darüber hinaus einen liebenswerten und angenehmen Freund und guten Kumpel vermissen.
Um Martin Jasperneite trauern seine Ehefrau, seine beiden Kinder, Schwiegerkinder und sein Enkelkind sowie seine ehemaligen Arbeitskollegen von der Stadt Detmold, bei der er im Green-Team in leitender Stellung als Gartenbautechniker 30 Jahre tätig war und dort auch für die Kinderspielplätze zuständig war.